Georg Friedrich Händel (1685 - 1759)

14.04.2009, 250. Todestag
Georg Friedrich Händel (1685 - 1759)
Das „Halleluja“ aus Händels „Messias“ klingt weiter im Ohr. Keinen Hörer des Oratoriums lässt dieser Lobgesang kalt. Meist wird der „Messias“ in der Weihnachtszeit aufgeführt – obwohl nur das erste der drei Stücke des Werkes von der Geburt Jesu Christi handeln. Wie kein anderes Werk hat das Oratorium „Der Messias“ Georg Friedrich Händel berühmt gemacht – obwohl er zuvor bereits sehr viele bedeutende Opern geschrieben hatte. Händel gilt dennoch als „Meister der Oratorien“, d.h. der Musikstücke, deren Text zum großen Teil aus der Bibel entnommen ist.
Zusammen mit seiner „Feuerwerkmusik“ und der „Wassermusik“ gehört Händels Oratorium „Der Messias“ zur musikalischen Weltliteratur. Quantitativ nimmt dieses Stück in Händels Gesamtwerk nur einen kleinen Platz ein. Er hätte auch nur 24 Tage gebraucht, um den „Messias“ zu komponieren. Händel schrieb 40 Opern und 25 Oratorien.
Händel wurde am 23. Februar 1685 in Halle an der Saale geboren. Er starb am 14. April 1759 in London. Seine Schaffenszeit fällt in die Periode des Barocks. Je nach Betrachter wird Händel als deutscher oder als englischer Komponist angesehen. Von König Georg I. bekam Händel 1727 das englische Bürgerrecht verliehen. Von 1712 an lebte er abgesehen von einigen Reisen in London. Auch den „Messias“ schrieb er in englischer Sprache. Die meisten Opern aus der Feder von Georg Friedrich Händel sind in italienischer Sprache verfasst. Dennoch beeinflusste Händel auch die deutsche Musik, speziell die Kirchenmusik, sehr stark.
Ein Leben für die Musik
Als Händel acht Jahre alt war, wurde seine besondere musikalische Begabung festgestellt. Dem Wunsch des Vaters entsprechend begann er im Jahr 1702 mit dem Jurastudium. Gleichzeitig war er Domorganist in Halle. Bereits nach einem Jahr änderte er seine Berufspläne und widmete sich ganz der Musik. Orte und Länder seines musikalischen Schaffens waren Hamburg, Italien, England und Hannover. Verheiratet war er nicht. Frauen spielten offensichtlich in seinem Leben keine große Rolle. Händel sei angeboten worden, als Nachfolger von Dietrich Buxtehude Kantor der Lübecker Marienkirche zu werden. Angeblich hätte Händel dies nur deshalb abgelehnt, weil er damit dem Brauch der Zeit entsprechend auch dessen Tochter hätte heiraten sollen.
Überarbeitung und wirtschaftliche Turbulenzen waren ein Grund für den Schlaganfall, den Händel 1737 erlitt. Er erholte sich jedoch wieder vollständig. 1751 – er arbeitete damals am Oratorium Jephta – begann Händels Augenleiden. Mehrmals ließ er sich an den Augen operieren. Wenige Tage vor seinem Tod hatte Händel noch eine Aufführung des „Messias“ geleitet. Am Schluss des Konzertes erlitt er einen Schwächeanfall. Den dritten Teil des „Messias“ („Von der Erlösung“) hatte der Komponist mit einer Arie aus den Worten Hiobs beginnen lassen: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“ In dieser Gewissheit starb er am 14. April 1759, am Morgen des Karsamstages.
Dietrich Hub
